Soll man in die geöffnete Champagnerflasche einen Teelöffel umgekehrt hineinstecken? Das verhindert vielleicht, dass die Kohlensäure entweicht.
Der Effekt ist ein weitverbreiteter Mythos, aber: Nein, der umgedrehte Teelöffel hilft nicht.
Warum der Löffel nichts bringt
- Entweichen der Kohlensäure CO₂ entweicht aus Champagner hauptsächlich, weil nach dem Öffnen der Flasche der Druck über der Flüssigkeit stark sinkt. Daran ändert ein Löffel im Flaschenhals nichts.
- Kein relevanter „Kälteeffekt“ Oft wird behauptet, der Metalllöffel halte den Flaschenhals kalt und reduziere so den CO₂-Verlust. Messungen zeigen jedoch, dass dieser Effekt verschwindend klein ist.
- Keine Abdichtung Der Löffel dichtet die Flasche nicht ab. Der Gasraum bleibt offen, CO₂ diffundiert ungehindert nach außen.
Was wirklich hilft
- Spezielle Champagnerverschlüsse Diese verschließen die Flasche gasdicht und halten einen leichten Überdruck aufrecht. Das ist mit Abstand die wirksamste Methode.
- Kühl lagern Je kälter der Champagner, desto besser bleibt CO₂ im Wein gelöst (Henry-Gesetz).
- Aufrecht lagern Verringert die Oberfläche des Weins im Kontakt mit der Luft.
- Nicht schütteln, wenig einschenken Mechanische Anregung beschleunigt das Entgasen.
Fazit
Der Teelöffel ist harmlos, aber wirkungslos. Wenn der Champagner am nächsten Tag noch perlen soll, führt an einem echten Champagnerstopfen kein Weg vorbei.
Hier sind Quellen, die den Mythos über den Teelöffel in der Champagnerflasche thematisieren und erklären, warum er praktisch nicht wirkt:
Wissenschaftliche bzw. faktenbasierte Artikel
- ScienceFocus – Debunking des Löffel-Mythos „Putting a spoon in an opened bottle of champagne … doesn’t keep it fizzy“ – ein Experiment zeigte, dass Flaschen mit und ohne Löffel nach 26 Stunden keine spürbaren Unterschiede in der Perlage hatten. Effektiv ist nur ein stopper bzw. Verschluss und Kühlung. Does putting a spoon in an opened bottle of champagne keep it fizzy? – BBC Science Focus Magazine
- Broadsheet – Mythos widerlegt Experten erklären, dass nach dem Öffnen Kohlendioxid kontinuierlich entweicht und ein Löffel nichts daran ändert – weil kein gasdichter Verschluss entsteht. Bursting the Bubble on Popular Champagne Myths – Broadsheet
- ModernSciences – Wissenschaftliche Analyse Eine Studie über „the myth of the teaspoon“ zeigte, dass Flaschen mit Löffel beim Druckverlust genauso schlecht abschnitten wie offene Flaschen, während echte Stopper deutlich besser waren.
- Scientific American / phys.org – Zusammengefasste wissenschaftliche Sicht Der CO₂-Druck fällt ohne Abdichtung rapide ab, ein Löffel beeinflusst diesen nicht signifikant; Kälte und genuine Verschlüsse sind die wirklichen Helfer. Fact or Fiction: Does a Spoon in the Bottle Keep Champagne Bubbly? – Scientific American
Weitere Quellen, die denselben Punkt bestätigen
- Mashed: No, A Teaspoon Won’t Actually Keep A Bottle Of Champagne Carbonated – erklärt, dass der Löffel kein luftdichter Verschluss ist und CO₂ frei entweichen kann.
- ChampagneClub.com: scientific insights & proper preservation advice – bestätigt, dass ein Löffel keine signifikante Wirkung hat und echte Stopper deutlich effektiver sind.